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Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie

Auf dem 1. Gemeinsamen Kongress Orthopädie- uns Unfallchirurgie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) vom 19. bis 22. Oktober 2005 in Berlin stellten Richter, Otte, Haasper, Sommer, Knobloch, Probst, Westhoff und Krettek Ergebnisse ihrer Studie Aktuelle Verletzungssituation von Fahrradfahrern vor.

Von 1985 bis 2003 wurden in 4264 Fällen an Unfallorten und von den medizinischen Erstversorgern Daten zum Unfallgeschehen erhoben. 47,8 % der verunfallten Fahrradfahrer erlitten Kopfverletzungen, die Helmträgerquote betrug 1,5 %, laut Studie lagen 68 % der Kopfverletzungen im Schutzbereich eines Fahrradhelmes.

Unfall- bzw. Kollisionsgegner waren

Man kommt zu der Schlußfolgerung (wörtlich zitiert)

"Bei Fahrradfahrern sind Kopf und Extremitäten erheblich verletzungsgefährdet. Helme werden ungenügend genutzt obwohl 2/3 aller Kopfverletzungen im Schutzbereich des Helms liegen. Unfallschwerpunkte sind Kreuzungen, Einmündungen und Zufahrten. Die konsequentere Helmnutzung und Ausbau von Fahrradwegen zur Trennung der Fahrradfahrer von motorisierten Fahrzeugen sind sinnvolle präventive Maßnahmen."

Bewertung

In 73 % der Unfälle sind Kraftfahrzeuge involviert, statt die Ursachen solcher Unfälle anzugehen werden vom schwächeren Unfallgegner zusätzliche Schutmaßnahmen verlangt. Daß Fahrradhelme jedoch keinen wirksamen Schutz vor schweren Kopfverletzungen bieten, hat z. B. die von der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie in 2004 veröffentlichte Studie gezeigt.

Die Forderung, die Separation von KFZ- und Fahrradverkehr voranzutreiben, ist ebenso ein fataler Fehlschluß. Viele Unfälle geschehen erst dadurch, daß sich Fahrradfahrer auf neben der Fahrbahn geführten Radwegen außerhalb des direkten Wahrnehmungsbereiches der Kraftfahre bewegen.

Quellenangabe

Abstract der Studie auf www.abstractserver.de